Enttäuschung

Enttäuschung

In der Alltagssprache drückt man mit dem Begriff „Enttäuschung“ das Gefühl aus, das entsteht bei einer Nicht-Erfüllung einer Hoffnung, eines Wunsches oder einer Erwartung.  Beispielsweise:

  • Ich bin enttäuscht, dass du mir nicht die Wahrheit gesagt hast.
  • Ich bin enttäuscht von mir, dass ich mich für die Prüfung so wenig vorbereitet habe.

Doch in der Sprache des Friedens ist die Enttäuschung kein echtes Gefühl, sondern  sie ist ein transformativer Vorgang der Erkenntnis.

Der Betroffene wird aus einer Täuschung herausgerissen, er wird eines Besseren belehrt, die bisherige Täuschung wird aufgehoben, der Getäuschte wird desillusioniert. Dies ist dem Wesen nach eigentlich eine gute Sache. Die Enttäuschung dient der Wahrheitsfindung.

Doch dieser transformative Erkenntnisvorgang ist häufig mit echten negativen Gefühlen wie Trauer, oder Frust verbunden. In manchen Fällen können  Selbstvorwürfe auch zu echten Schuldgefühlen führen.

Wenn Dir eine Enttäuschung widerfährt, kann Dir die Sprache des Friedens dabei helfen, zunächst auf die nicht erfüllten Bedürfnisse zu achten, und die echten Gefühle zu benennen, die dadurch entstehen. Die oben genannten Beispiel würden daher eher so ausgedrückt:

  • Dass du mir nicht die Wahrheit gesagt hast, macht mich traurig, da ich ein Bedürfnis nach Sicherheit und Ehrlichkeit habe.
  • Dass ich mich so wenig für die Prüfung vorbereitet habe, frustriert mich, denn ich habe ein Bedürfnis nach Erfolg und Anerkennung.

 

Enttäuschungen sind Wahrheiten mit Verspätung.

(Volksmund )